Vier Jahreszeiten an einem Tag

 

 

 

Die Halbinsel Cap Sizun ragt in den atlantischen Ozean: Heftige Winde, die schnell in Stürme ausarten, sind nicht selten. Die Temperaturen sind allerdings mild und - was manch einer weder ahnte nocht glauben will - die Anzahl der Sonnenstunden gleicht denen an der Cote d'Azur. Im Sommer ist es angenehm warm, stabile Azoren-Hoch's sorgen für viele warme Tage am Stück. 

 

Schnelle Wetterwechsel sind allerdings nicht unüblich und der erfahrene Bretagne-Reisende weiß, dass er auch bei strahlendem Sonnenschein besser eine Regenjacke für den kurzen Schauer zwischendurch im Gepäck hat. 

 

 

 

 

Wie es Jean-Luc Bannalec in seinem vierten Buch über Kommissar Dupin schreibt:

 

"Letztens hatte er in einem Pariser Blatt gelesen: "In der Bretagne gibt es zwei Jahreszeiten - die kurze Zeit der langen Regenfälle und die lange Zeit der kurzen Regenfälle"; jede seriöse wissenschaftliche Statistik strafte solche verleumderische Sätze Lügen.

In der (südlichen) Bretagne fiel jährlich weniger Niederschlag als an der Cote d'Azur. Das alles Entscheidende aber war noch etwa ganz anderes: Bretonen nahmen Regen in Wirklichkeit gar nicht wahr, eine lebensweise Haltung fand Dupin. Nicht, weil sie so sehr an Regen gewöhnt waren, nein, aus zwei gewichtigeren Gründen: Es war eben nur das Wetter, und es gab Wichtigeres, das Leben zum Beispiel - nie käme man hier auf die Idee, eines der unzähligen Feste abzusagen, nur weil es regnete.

Zudem widerstrebte es den Bretonen im Innersten ihres Wesens, sich etwas von "außen" diktieren zu lassen. Seien es zentralistische Pariser Pläne oder eben das Wetter. So war es zu einer der liebsten Redewendungen der Bretonen gekommen, mit der sie zur Attacke übergingen, wenn sich andere über den Regen beschweren: 

 

"En Bretagne il ne pleut que sur les cons" - in der Bretagne regnet es nur auf Idioten."

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